Husten

Husten ist ein häufiges Symptom bei Erkältungskrankheiten, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen des Atemsystems. Allerdings ist der Husten nie die Krankheit selbst, sondern immer nur ein Symptom des Problems. Wenn sich Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger und Fremdstoffe in den Luftwegen befinden, versucht der Körper sie über Husten wieder loszuwerden. 

Bei einer Erkältung ist der Husten zuerst meist trocken, nach ein paar Tagen wird er typischerweise rasselnder und produktiver. Das ist die Phase, in welcher dann Schleim produziert wird, welcher hochgehustet werden kann. Dies ist eine Methode des Körpers, unerwünschte Stoffe wie Mikroorganismen, wieder loszuwerden. 

Während es wichtig ist, sich die Gelegenheit zur Erholung zu geben, sind nur hustenstillende (hustenunterdrückende) Medikamente in diesem Fall allermeistens kontraproduktiv. Sie schwächen die Möglichkeit des Körpers selbst mit dem Erreger umgehen zu können – und der Erreger kann sich im Gegenteil noch ungestörter ausbreiten. Dadurch können unnötig schwere Krankheitsverläufe entstehen. 

Was aber kann man tun, um den Husten zu lindern, ohne ihn zu unterdrücken? Um dem Körper zu helfen wieder gesund zu werden? 

Auch bei Husten – Vorbeugen ist besser als Heilen

Wie immer gilt auch beim Husten – vorbeugen ist besser als heilen. Wenn das Immunsystem, und, im Fall von Husten, Lunge, Hals und natürlich der ganze Mensch stark, gesund und fit sind, kann auch ein Krankheitserreger nur sehr schwer etwas anrichten. Krankheitserreger brauchen immer ein Milieu auf dem sie wachsen, respektive sich vermehren, können. Wenn dies nicht gegeben ist, kann keine Krankheit entstehen. 

Wir wissen alle, wie wir unser Immunsystem allgemein stärken können: Viel frische Luft, ein gesundes Mass an Bewegung, sinnvolle, gesunde Ernährung  und genügend zu Trinken, ebenfalls genügend Schlaf, soziale Kontakte sowie ein gutes Stressmanagement sind immer und auch hier die wichtigsten Grundpfeiler. 

Menschen welche bei Verkühlung rasch zur Erkältung meiden, sollten besonders auch darauf achten, den Umständen passende Kleidung zu wählen. Nach Schwitzen sollte darauf geachtet werden, schnell wieder was Trockenes anzuziehen. 

Bei Reizhusten im Winter ist oft die trockene Raumluft zumindest mitverantwortlich. Ein Luftbefeuchter kann hier oft Abhilfe schaffen. 

Allgemeine vorbeugend, nicht nur gegen Husten, wirken auch Saunabesuche, Kneippanwendungen oder kaltes Abduschen, da dies das Immunsystem trainiert. 

Bei allergischen Husten sollten nach Möglichkeit die auslösenden Stoffe aus dem Umfeld entfernt, resp. vermieden werden. 

Hilfreiche Mittel

Wenn der Husten trotzdem hier ist, können folgende Massnahmen helfen:

Zwiebel- und Kartoffelwickel

Speziell Zwiebel-, aber auch Kartoffelwickel sind meine persönlichen Favoriten. Dazu einfach etwas Zwiebeln hacken, in einer Pfanne andünsten und noch warm in ein Tuch einpacken. Diesen Pack auf die Brust legen. Eine genauere VideoAnleitung dazu finden Sie auch hier: https://www.h-rothenberger.ch/weitere-informationen/

Zwiebeln sind überhaupt super und vielfältig verwendbar. Ihre wahrscheinlich einfachste Anwendungsform ist es, sie aufzuschneiden, auf einem Teller zu verteilen und dann auf das Nachttischchen zu stellen. Dies ist besonders auch hilfreich bei Schnupfen, verstopfter Nase und schleimigen Husten. 

Zwiebelsirup

Eine weitere gute Anwendungsmöglichkeit der Zwiebel bei Husten ist es ein Hustensirup herzustellen. Auch dies geht ganz einfach:

  • Eine Zwiebel hacken
  • Mit etwa gleich viel flüssigem Honig mischen
  • Mind. zwei Stunden ziehen lassen. 

Nun kann man alle paar Stunden oder bei Bedarf einen Teelöffel der Flüssigkeit einnehmen. 

Anstatt Zwiebeln kann man auch etwas feingeraffelter Meerrettich verwenden. Dies kann besonders bei starker Verschleimung angezeigt sein. 

Schafwolle

Vor allem für kleinere Kinder sehr geeignet ist auch ein Brustwickel aus Schafwolle, vor allem ungewaschene Rohwolle. Dazu einfach etwas Rohwolle nehmen, in ein Tuch (z.B. Nuscheli einwickeln und unter Body oder T-Shirt fixieren. 

Diese einfache Massnahme lindert den Husten oft signifikant und lässt das Kleine wieder ruhiger und besser schlafen. 

Ist aber nicht “nur” für kleine Kinder geeignet – ich hab solch einen Wickel auch schon an mir selbst gemacht – und über das Resultat gestaunt!

Tee

Im Allgemeinen ist es wichtig, dass der Patient genügend trinkt. Besonders eignet sich dazu Wasser oder Tee, je nachdem auch mit einem kleinen Löffelchen Honig gesüsst. Bei Husten tut ein warmes Getränk oft gut, aber zwingen Sie sich nicht dazu, falls es sich nicht auch gut anfühlt. 

Besonders eignen sich z.B. Thymian- Malven- Spitzwegerich- Süssholz- Kamillen- oder auch Salbeitee. 

Bitte beachten Sie: Auch ein Tee ist ein Arzneimittel. Tee ist gesund und kann bei vielen Beschwerden helfen, jedoch sollte nicht dieselbe Teesorte über längere Zeit täglich in grösseren Mengen getrunken werden. 

Inhalieren

Das Inhalieren von Wasserdampf mit Zusätzen kann ebenfalls sehr lindernd auf eine Erkältung, Atemwegsbeschwerden oder Husten wirken. Dazu einfach eine Schüssel mit heissem Wasser nehmen, Tee, Salz oder ein geeignetes Ätherisches Öl beigeben und den Dampf einatmen. Dabei möglichst tief und bewusst atmen. Ein Handtuch über dem Kopf intensiviert die Wirkung, da der Dampf in konzentrierter Form eingeatmet werden dann. 

Als Zusätze fürs Wasser eignen sich z.B. Kamillen-, Majoran-, Thymian-, Fenchel-, oder Lavendeltee. Dazu einfach das heisse Wasser über etwas Tee giessen und sofort mit dem Inhalieren beginnen. 

Ebenfalls hustenreizlindernd wirkt ein bis zwei Löffel Salz im heissen Wasser aufgelöst.

Alternativ können auch ein paar Tropfen ätherisches Öl ins Wasser gegeben werden. Zu empfehlen sind hier z.B. ebenfalls Thymian, Lavendel oder Majoran, aber auch Fichte, Kiefer oder Eukalyptus.  

Auch noch wichtig

Bei trockenem Husten ist grundsätzlich nichts gegen das altbekannte Glas warmer Milch mit Honig einzuwenden. Es kann, wenn Milch gut vertragen wird, lindernd und wohltuend wirken. 

Bei schleimigem Husten sollten jedoch Milch und Milchprodukte vermieden werden. Sie produzieren nur zusätzlichen Schleim. 

Alle diese Anwendungen können gut mit einer homöopathischen Therapie kombiniert werden. Wenn Erkältungen chronisch, hartnäckig und immer wiederkehrend auftreten, empfehle ich eine konstitutionelle homöopathische Behandlung.