Allgemeine Informationen über Fieber

Fieber ist eine natürliche Schutz- und Heilreaktion des Körpers. Es wirkt auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig. Die meisten Bakterien und Viren sind ab einer Temperatur von ca. 38.5°C erheblich geschwächt und auch in ihrer Vermehrungsfähigkeit eingeschränkt. 

Gleichzeitig läuft durch die erhöhte Körpertemperatur das Immunsystem auf Hochtouren. Abwehrzellen werden aktiviert und gebildet. Ausserdem werden Stoffwechselvorgänge beschleunigt, was bedeutet, dass Gift- und Schlackenstoffe schneller ausgeschieden werden können. 

Darum ist es wichtig zu sehen, dass nicht das Fieber selbst die Krankheit ist, welche es zu bekämpfen gilt. Fieber ist ein wesentlicher Bestandteil unserer körpereigenen Abwehr und sollte (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht bekämpft, sondern mit geeigneten Massnahmen unterstützt werden. 

Pflege bei Fieber

  • Allgemein wichtig ist es, dass der Patient genügend trinkt, worauf vor allem auch bei Kindern geachtet werden sollte. Zeichen von zu wenig Flüssigkeit sind unter anderem:
    • Durst (aber Achtung, der ist leider nicht immer vorhanden!)
    • Trockener Mund und Schleimhäute
    • Dunkler stark riechender Urin
    • Weniger als zwei bis drei gefüllte Windeln pro Tag
    • Wenn Sie die Haut über dem Bauchnabel mit zwei Fingern etwas zusammendrücken und dann loslassen, sollte sich die Hautfalte schnell wieder glätten. Ist das nicht der Fall, suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf!

Als Getränke eignen sich vor allem Wasser oder Tees, eine leichte Gemüsebouillon oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Mag Ihr Kind davon nichts trinken, darf auch mal ausnahmsweise der Tee etwas gesüsst, oder ein Sirup serviert werden. 

  • Im Gegensatz zum Trinken, welches sehr wichtig ist, ist ein vermindertes Hungergefühl im Normalfall natürlich und sollte so respektiert werden. Der Körper braucht für seinen Einsatz viel Energie und möchte so wenig wie nötig davon für die Verdauung verbrauchen. Wenn Hunger vorhanden ist, sollte selbstverständlich gegessen werden, von Vorteil sind leicht verdauliche Speisen, wie zum Beispiel eine Gemüsesuppe, Zwieback, Reis, ev. Etwas Haferbrei oder Früchte. Zu vermeiden ist alles was schwerverdaulich ist, wie Fleisch oder andere Tierprodukte oder auch allzu fettige Mahlzeiten. 

Fieber wird in drei Stadien aufgeteilt, den Fieberanstieg, die Fieberhöhe und anschliessend der Fieberabfall. Bei der Pflege einer kranken Person mit Fieber ist es wichtig diese Stadien zu beachten:

  • Fieberanstieg: Der Fieberanstieg ist die erste Fieberphase, in der der Körper viel Energie in das Aufwärmen seiner selbst steckt. Die Folgen davon sind Frostgefühl und Kälte und damit verbunden oft frieren und zittern bis hin zum Schüttelfrost. Unwohlsein. Oft kalte Hände und Füsse. 
    • In dieser Phase ist es wichtig, den Körper in seiner Arbeit soweit wie möglich zu unterstützen. Der Patient sollte gut zugedeckt werden, oft werden heisse Tees, eine Wärmeflasche oder Socken und Pulswickel als angenehm empfunden. Je nach dem hilft auch ein warmes oder ansteigendes (Fuss-)Bad. 
  • Fieberhöhe: In dieser Phase hat der Körper seine aktuelle “Soll-Temperatur” erreicht. Oft gibt es auf der Fieberhöhe aber immer noch kleinere Temperaturschwankungen. 
    • Normalerweise will der Patient in dieser Phase nur noch leicht zugedeckt sein. Babys können das noch nicht selbst regulieren und sind hier auf aufmerksame Hilfe angewiesen! Getränke werden in dieser Phase meistens lieber wieder kühler getrunken. Diese Phase ist es auch, in der unter Umständen die altbekannten Essigsocken, fiebersenkende Wadenwickel oder ähnliche Massnahmen zum Einsatz kommen dürfen. 
  • Fieberabfall: Das ist ist die Zeit, in der die Körpertemperatur wieder auf ein normales Niveau runter sinkt. Oft ist dies mit starkem Schwitzen verbunden. Häufig geschieht dies nachts.
    • Auch in dieser Phase ist es wichtig, sich gut auszuruhen und genügend zu schlafen. Durch das Schwitzen kann der Flüssigkeitsbedarf stark erhöht sein. Suppen oder auch Salzstangen stellen sicher, dass auch der Salzverlust ausgeglichen werden kann. 

Nach dem Fieber ist es wichtig, sich genügend Erholungszeit zu gönnen, um die Gefahr eines Krankheitsrückfalles zu verringern. Ideal sollte mindestens noch ein fieberfreier Tag zuhause verbracht werden.